Sturzangst im Alter: Warum sie mit einem erhöhten Sturzrisiko zusammenhängt
Warum Vertrauen in den eigenen Körper ein wichtiger Bestandteil der Sturzprävention ist
Die Angst vor einem Sturz kann den Alltag älterer Menschen erheblich einschränken. Vielleicht wird die Treppe lieber gemieden, der Spaziergang verkürzt oder der Weg nach draußen bzw. über unebenen Untergrund ganz vermieden. Ein möglicher Kreislauf entsteht, wenn aus Angst Bewegungen vermieden werden. Weniger Bewegung kann Kraft, Gleichgewicht und Koordination beeinträchtigen. Dadurch werden alltägliche Situationen tatsächlich schwieriger, die Unsicherheit wächst und die Angst kann weiter zunehmen. Gleichzeitig kann übermäßige Vorsicht dazu führen, dass Bewegungen steif und weniger flexibel ausgeführt werden.

Wie Sturzangst zum Risikofaktor wird
Sturzangst beschreibt die Sorge, bei alltäglichen Aktivitäten das Gleichgewicht zu verlieren und zu stürzen. Sie kann nach einem tatsächlichen Sturz entstehen, aber auch ohne vorheriges Sturzerlebnis auftreten.
Sturzangst ist nicht nur eine mögliche Folge körperlicher Unsicherheit, sondern steht auch mit einem erhöhten zukünftigen Sturzrisiko in Zusammenhang.
Eine systematische Übersichtsarbeit von Ellmers et al. (2025) wertete 53 Studien mit insgesamt 75.076 Menschen aus und kam zu dem Ergebnis, dass die Sorge vor einem Sturz ein bedeutsamer Prädiktor für zukünftige Stürze bei älteren Menschen ist. Die Autorinnen und Autoren sprechen sich deshalb dafür aus, Sturzangst bei der Einschätzung des Sturzrisikos zu berücksichtigen und regelmäßig zu erfassen. Gezielte Maßnahmen könnten dazu beitragen, das Sturzrisiko zu reduzieren (Ellmers et al., 2025).
Wie Training helfen kann, Sturzangst zu verringern
Kraft- und Gleichgewichtstraining können dazu beitragen, die Sorge vor Stürzen zu verringern. Durch gezielte Übungen und positive Bewegungserfahrungen können Menschen erleben, welche Bewegungen ihnen bereits sicher gelingen und wo sie noch Unterstützung benötigen.
Ergänzend kann es sinnvoll sein, die eigene Körperwahrnehmung und die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten in das Training einzubeziehen. Wie stabil stehe ich? Wie weit kann ich mein Gewicht verlagern? Welche Bewegungen gelingen mir sicher, und wo benötige ich Unterstützung?
Die bewusste Auseinandersetzung mit solchen Fragen kann helfen, die eigenen Bewegungsmöglichkeiten besser einzuschätzen und Vertrauen in alltägliche Bewegungen aufzubauen. Ziel ist es, Sicherheit zu fördern, ohne berechtigte Vorsicht zu übergehen.
In meinem individuellen Personal Training verbinde ich sportwissenschaftliches Wissen mit meiner praktischen Erfahrung als ehemalige Slackline-Weltranglistenerste. Neben Kraft und Gleichgewicht beziehen wir auch die Körperwahrnehmung und die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten in das Training ein.
Mithilfe standardisierter Fragebögen kann ich die Sorge vor Stürzen zu Beginn und nach einem Trainingszeitraum erfassen und Veränderungen gemeinsam mit meinen Klientinnen und Klienten auswerten. Die Ergebnisse helfen dabei, die Entwicklung einzuordnen und mögliche weitere Trainingsschwerpunkte festzulegen.
Quellenangabe
Ellmers, T. J., Ventre, J. P., Freiberger, E., Hauer, K., Hogan, D. B., Lim, M. L., McGarrigle, L., Nyman, S. R., Todd, C. J., Li, Y., & Delbaere, K. (2025). Does concern about falling predict future falls in older adults? A systematic review and meta-analysis. Age and Ageing, 54(4), afaf089. https://doi.org/10.1093/ageing/afaf089
